Gräfenroda im Finale der 2. Bundesliga

Auch nach 5 Wettkampftagen steht der SV 90 verlustpunktfrei an der Tabellenspitze der 2. Bundesliga Gruppe B und das große Ziel, die Teilnahme am Finale der drei Staffelsieger der 2. Bundesliga.
Daran konnte auch der letzte Heimkampf gegen den thüringischen Nachbarn aus Suhl nichts mehr ändern.
Die Freude und Erleichterung nach dem 10. Bundesligasieg in Folge war groß, zumal es im Stoßen lange Zeit sehr eng zuging.
Bei Gräfenroda war diesmal Rotation angesagt, neben den starken Mädels Susan Treppner, Saskia Brummer und Lina Fischer blieb auch Andre Langkabel wegen beruflicher Verpflichtungen zu Hause. Trotzdem gelang es, eine starke Mannschaft aufzustellen, in der neben Marc Pfeiffer und Jakub Gorny gleich sechs starke Mädchen zum Einsatz kamen. Denn eine Niederlage wie vor über einem Jahr in Böbingen sollte sich nicht wiederholen.
Die Anreise nach Waldkirchen war mit über 400 km die weiteste, die der SV 90 in dieser Saison zu bewältigen hatte, aber die volle Halle mit über 100 Zuschauern und die tolle Stimmung in der Halle ließen dies schnell vergessen.
In Gruppe 1 starteten die 3 starken Gräfenrodaerinnen Marie-Sophie Breitschuh, Franka Fiedler und Carolin Geuther im Reißen. Breitschuh zeigte zwei schöne Versuche mit 42 und 45 kg, ebenso Geuther mit 52 und 55 kg. Fiedler hatte mit 57 und 60 kg ebenfalls 2 gültige Versuche. Auch Waldkirchen hatte in der ersten Gruppe mit der mehrfachen Deutschen Meisterin Christina Ehrlinger ihre beste Heberin eingesetzt, konnte aber mit den Gräfenrodaerinnen nicht mithalten.
Als dann auch die zweite Gruppe mit Veronika Volna 74 kg, Marc Pfeiffer mit 100 kg und Jakub Gorny mit 140 kg jeweils zwei gültige Versuche schafften, war der Sieg im Reißen sicher.
Gräfenroda gewann den ersten Wertungspunkt mit 206 zu 159 Relativpunkten.

Im Stoßen wechselte Gräfenroda Michelle Fischer für Breitschuh in die Gruppe 1 ein. Die in England und Amerika trainierende Fischer zeigte zwei schöne Versuche mit 72 und 75 kg und steuerte starke 47,5 Relativpunkte zum Ergebnis bei.
Carolin Geuther von Weightlifting Leipzig und Franka Fiedler wurden nun immer stärker und zeigten, getragen von den tollen Waldkirchener Zuschauern, die alle Athleten begeistert anfeuerten, in ihren letzten Versuchen 6 gültige Versuche mit 74 und 87 kg. Das sollte es gewesen sein, dachten die Gräfenrodaer.
Die sonst so sichere Veronika Volna konnte ihren Auftaktversuch mit 96 kg nicht zur Hochstrecke bringen und hatte sichtlich Schmerzen, als sie die Hantel nach vorne stieß.Die Sorge war groß, ob sie ihre Versuche würde beenden können. Jetzt mussten Pfeiffer und Gorny ihre Klasse zeigen und kämpfen. Entsprechend hoch stiegen beide.Pfeiffer auf 123 und Gorny auf 165. Gräfenroda führte mit 1 Punkt im Stoßen.Als auch der zweite Versuch von Volna bereits im Zug scheiterte, witterten die Waldkirchener ihre Chance auf den Punkt im Stoßen.Reischl, Schmidt und Krieg kämpften und lagen auch nach Pfeiffers Fehlversuch im zweiten und trotz großer Steigerung von Gorny auf 171 kg nun mit 2 Punkten vorne. Was nun, Volna wagte den dritten Versuch und wie elektrisiert schauten alle zu, wie sie mit großem Kampf diese Last trotz aller Umstände hervorragend meisterte. Ihr anschließender Jubel, die Tränen, die kullerten, der Applaus aller waren beispiellos, als sie sich danach in den Armen lagen. Das war der entscheidende Versuch für das Finale.
Getragen von der Atmosphäre, der Erleichterung, zeigten nun auch Pfeiffer und Gorny eine Wahnsinnsleistung. Marc Pfeiffer steigerte den Landesrekord um 3 kg auf 128 kg und Gorny zeigte im letzten Versuch sehr starke 175 kg.

Mit 358 zu 287 Relativpunkten gewann Gräfenroda auch den Punkt im Stoßen und mit am Ende ungefährdeten 564 zu 446 Relativpunkten auch den dritten Wertungspunkt in der Gesamtwertung.
Beste Heber waren Volna und Gorny mit je 111 Relativpunkten und Ehrlinger mit 100 Punkten.
Damit bleibt Gräfenroda verlustpunktfrei an der Tabellenspitze der 2. Bundesliga Gruppe B und die Finalteilnahme ist geschafft.