Gold, Silber und zweimal Bronze für den SV 90 Gräfenroda

Vom 24. bis 25. November 2023 waren die Rodinger Gewichtheber Gastgeber der Deutschen Nachwuchsmeisterschaften. Nach einer kleinen Reform im Bundesverband traten erstmals vier Jahrgänge (2006 bis 2009) bei den nationalen Titelkämpfen an. 134 Teilnehmer aus 47 Vereinen, darunter 6 vom SV 90 Gräfenroda, nahmen an den Meisterschaften teil. Neben der Einzelwertung, die diesmal nur aus den olympischen Gewichtheberdisziplinen Reißen und Stoßen bestand, wurde auch der Deutsche Mannschaftsmeister ermittelt. Hier kommen die vier besten Athleten pro Verein in die Wertung. Zehn Mannschaften kämpften um die begehrten Medaillen. Auch die besten Landesverbände wurden geehrt. Die Jahrgänge 2008 und 2009 wurden nach IAT-Punkten in Jahrgangsklassen gewertet. Die Jahrgänge 2006 und 2007 wurden gemeinsam in den Gewichtsklassen nach dem erreichten Zweikampfgewicht gewertet.

Bereits am Freitag startete der Jahrgang 2009. In der Gruppe 1 hatte Lotta Frank als Leichteste wieder eine starke Gruppe erwischt. Und schon beim Reißen musste sie mit den ersten Versuchen von 40 und 43 kg an ihre Grenzen gehen, um mithalten und natürlich auch vorlegen zu können, da hinter ihr die schwereren Athletinnen mit den höheren Lasten begannen. Bis auf den Fehlversuch im dritten Versuch gelang ihr dies mit den ersten beiden Versuchen von 40 und 43 kg sehr gut. Nach dem Reißen lag sie hinter der Flötzingerin Kramer und der Dresdnerin Neundorf auf Rang 3. Auch im Stoßen gelangen ihr zwei gültige Versuche mit 48 und 51 kg. Letzteres war neuer Landesrekord im Stoßen. Danach musste sie mit ansehen, wie die schwereren Athletinnen genau die Last auflegten, um an ihr vorbeizuziehen. Dies gelang neben den beiden Genannten auch der Schwedterin Busch im letzten Versuch. Lotta Frank wurde Vierte.
Gut lief es für die zweite Starterin Iman Kurbanova in der Klasse bis 55 kg der Jahrgänge 2006/2007. Iman gelangen im Reißen zwei gültige mit 44 und 46 kg. Im Stoßen sogar 3 mit 46,50 und 52 kg. Damit gewann sie hinter Fein aus Heinsheim die Silbermedaille.
Das Leichtgewicht des SV 90, Chris Matzollek, hatte sich in der Klasse bis 61 kg viel vorgenommen. Doch schon der erste Versuch im Reißen misslang mit 69 kg. So musste er hochkonzentriert weitermachen, was ihm mit 72 kg im dritten Versuch auch gelang. Damit lag er 1 kg hinter dem Chemnitzer Börner und 2 vor dem Schleusinger Kluge auf Platz 3. Im Stoßen sicherte sich Chris bereits mit dem ersten Versuch von 79 kg die Bronzemedaille. Der Angriff auf Silber im letzten Versuch scheiterte, aber im zweiten Versuch konnte er mit 85 kg eine neue Bestleistung aufstellen.

Marc Pfeiffer hatte einige Kilos abgenommen, um in der Gewichtsklasse bis 67 kg antreten zu können.Hier traf er auf eine starke Konkurrenz und hatte mit Tim Böhme auch einen ebenbürtigen Konkurrenten um den Sieg.
Marc begann bei 96 kg, Böhme bei 100 kg und als Marc seine neue Bestleistung von 101 kg (Landesrekord) in die Wertung brachte, lag er kurz in Führung, aber Böhme konterte mit 104 kg und lag bereits mit 3 kg in Führung.Die letzten Versuche von Pfeiffer mit 105 kg und Böhme mit 107 kg scheiterten. Im Stossen änderte sich die Reihenfolge, Böhme legte mit 115 kg vor Marc mit 117 kg nach, auch die 119 kg meisterte Böhme.Der dritte Versuch von 122 kg war ungültig.Nun setzten die Trainer und Marc im zweiten Versuch alles auf eine Karte. 123 kg wurden aufgelegt.Zu schwer für Marc, der 3 kg abgenommen hatte, aber mit großem Kampfgeist und dem begeisterten Publikum im Rücken meisterte er auch diese Last.Gold mit 1 kg Vorsprung, was für ein Wahnsinnskampf an diesem Tag von Marc.

In der nächsten Gewichtsklasse trat Nils Gürth an.Zweimal scheiterte er im Anfangsversuch im Reißen bei 77 kg.Jetzt lagen die Nerven blank und die Anspannung war riesig, aber getragen vom Publikum gelang ihm der dritte Versuch.Damit fiel er aber auf Rang 5 zurück.Im Stoßen steigerte er sich enorm mit 3 gültigen Versuchen von 100, 104 und 107 kg und sicherte sich noch den 4.
Nun startete der letzte Starter des SV 90 Gräfenroda, Raphael Kleinfeld, in der Klasse bis 81 kg.
Durch eine Unkonzentriertheit im Reißen im zweiten Versuch lag er mit 84 kg nur auf Platz 5. Im Stoßen wollte Raphael es besser machen.Hochkonzentriert schaffte er 97 kg im ersten Versuch. Da Kulke aus Riesa zweimal mit 96 und 99 kg scheiterte, lag er auf Rang 4.
Der bisherige Vierte Thomsen aus Hassloch war deutlich stärker und steigerte sich mit Raphael mehrfach.Als er im letzten auch die 100 und Raphael die 101 schaffte, war Gleichstand angesagt, aber Thomsen hatte die 185 kg vor Raphael geschafft und führte. Also musste Kleinfeld im letzten die 102 schaffen.Auch hier zeigte Raphael keine Nerven und meisterte diese Last und freute sich riesig über die Bronzemedaille.Was für ein erfolgreiches Wochenende für den SV 90 Gräfenroda.
In der Mannschaftswertung belegte Gräfenroda den vierten Platz, ebenso wie Thüringen in der Länderwertung.